Austrian Look

Brigitte Wilfing

In der Performance Austrian Look werden semantisch dichte Begriffsfelder, in denen verschiedene Darstellungen des Österreichischen aufeinandertreffen, in Bewegungs-, Klang- und Sprechmuster abstrahiert und übersetzt.

Die Schuhschachtel und die Künstlerin Brigitte Wilfing haben etwas gemeinsam: es gibt Einiges zum Loswerden, zum Lösen. Der Leerstand ist de facto ein Vollstand, gefüllt mit Altwaren, die sich in bestimmter Weise wie von selbst mehren. Ähnlich beschreibt Wilfing das Verhältnis zwischen ihrer Arbeit und Umgebung. Während sie in der gestischen Transformation „Zeichnungen mit ausgestrecktem rechten Arm“, die Bedeutung eines tabuisierten Zeichens zu entleeren versucht, spiegelt ihr das Umfeld dessen Omnipräsenz. Resilienz beweist sie zwar im unbeirrten Um- und Weiterschreiben, doch akkumulieren sich folglich Darstellungsweisen ihrer kulturellen Prägung, die geordnet vielleicht ein performatives Lexikon Österreichischer Inszenierungen ergeben würden, doch ist A, Anstand zugeschüttet von G, Gemütlichkeit. Und mit der einverleibten Sozialtechnik V, Vergesslichkeit und Verdrängung, wird sie sich niemals daran erinnern. Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist. Nehmen Sie ein bisschen Ramsch mit nach Hause, der Flohmarkt hat geöffnet.